Der Junge vom Bauernhof

„Musik ist wie ein tolles Päckchen auf das man schon sehnsüchtig wartet“

Ob Brautpaar, welches durch meine Musik mit den Tränen kämpft, ob die Vermieterin, die ihren Spaziergang so legt, dass sie meine Musik zuhören kann, ob ein Vater, der bei der Taufe weint, weil er ein selbst geschriebenes Stück für seinen Sohn hört. Ganz egal was es ist. Es berührt mich und dafür bin ich dankbar. Ich bin dankbar, weil ich Menschen besser hinterlassen kann. Doch dann kam Corona…

CORONA KAM, SAH und BESIEGTE MEINEN TRAUM

Dachte ich… Doch da gibts immer viele Menschen, die man auch besser hinterlassen kann, als man sie vorfindet. Und zwar die Familie, das Pferd, welches angelernt werden kann, der Hund, welcher mich anspringt, wenn ich zurückkehre, die Kühe, welche ihr Fressen brauchen. Für mich war es selbstverständlich meinen TRAUM mit der Musik etwas zu bewegen zu beenden. In Zeiten von harten Corona-Sanktionen zum Wohle steht bei mir die Familie auf erster stelle. Schließlich liegen 6 Stunden Autofahrt zwischen mir und meinen elterlichen Bauernhof. Wie fühlt sich der Erfolg an, wenn man ihn mit zerrütteten Familienverhältnissen erkaufen müsste?

WÄHREND DEN ERSTEN 3 CORONAMONATEN…

Ich denke einmal die alltäglichen Taten, die wir Menschen tun, und was wir dabei denken verraten, wer wir wirklich sind.

Corona hat gezeigt, was „ERSETZBAR“ ist. Und mir tut es in der Seele weh, dass ich sagen muss, dass unsere Kultur so eine schlimme Zeit erleben muss. Um so schöner ist es doch dann wieder die Absolution meiner Familie zu bekommen, Musik zu machen. „Komm Christian, geh nach Hamburg“, sagten sie mir. Ich weiss nicht wann es schöner war. Das erste Mal Ende 2018 oder Juni 2020. Ehrlich gesagt hatten sie auch keine andere Wahl.

DAS LEBEN MIT CORONA

Jetzt bin ich hier in der Lüneburger Nordheide. In meiner kleinen 55qm Wohnung habe ich mein Schlafzimmer für Freunde ausrangiert. Ich selbst schlafe auf dem Sofa. Einfach damit die Freunde (Pärchen) im Doppelbett des abgetrennten Schlafzimmers ihr eigenes Reich haben. Der beheizte Wintergarten wurde umfunktioniert und ist seither Seminarraum für meine Gesangs- und Musikschüler. Der Fernseher im Wohnzimmer wurde entfernt und für meine Gesangsschüler verwendet. Jetzt haben meine Schützlinge eine große Textmaschine um an ihrem Gesang und ihrer Persönlichkeit zu feilen. Dort wo einst der TV stand, ist jetzt ein Geschenkealtar. Dort können sich die Leute von ausrangierten Dingen bedienen, die ich nicht mehr brauche.

Mein ganzes Wissen und meine Bücher stelle ich zur Verfügung. Ebenso wie das Tonstudio, wenn jemand einmal etwas aufnehmen möchte. Die beiden Keyboards im Wintergarten (Musikzimmer) eignen sich für das gemeinsame üben.

„Ohne Musik wird es ganz still“

UND JETZT?

Jetzt freue ich mich auf die küsse von Nelli. Ich freue mich auf frische Kuhmilch im Sommer. Ich freue mich auf die Erntezeit, denn da kann ich mithelfen, weil keine Auftritte sind. Dann bin ich der Junge auch auf dem Bauernhof. Ich freue mich nach und nach meine Website für euch zu überarbeiten. Ich freue mich auf neue Musikschüler, die wieder mehr LEBEN in ihr Leben bringen wollen. Ich freue mich auf die Hochzeiten im Nächsten Jahr. Aber am meisten freue ich mich über eine Nachricht von demjenigen, der das hier liest. Weil das zeigt mir, dass auch DUUUU auf Dinge verzichten musstest in Zeiten von Corona. Erzähl mir doch von deinem Leben. Jeder hat eine Story zu erzählen. Und wer weiß: Vielleicht bist gerade Du die Inspirationsquelle für meine nächsten Songs, die ich schreibe. Wie wäre es, wenn deine Geschichte irgendwann durch das Radio schallt?

Dein / Euer 

Chris

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